Wertvolle Tipps für eine natürliche Intimhygiene

Der Intimbereich ist ein Areal, mit dem wir achtsam und sensibel umgehen sollten. Er trägt wesentlich dazu bei, dass wir ein gutes Körperempfinden haben und uns „wohl fühlen in unserer Haut“. In unserem Schoß liegt unsere Lebens- und Antriebsquelle. Ihm schenken wir in diesem Beitrag unsere Aufmerksamkeit und möchten Ihnen sowohl Wissenswertes, wie auch wertvolle Tipps an die Hand geben. 

Doch bevor wir mit dem Thema Intimhygiene starten, lassen Sie uns noch zwei Begriffe näher anschauen, die in unserem Sprachgebrauch gerne verwechselt werden.

  • Der Intimbereich, auch Vulva genannt, besteht aus den äußeren Genitalien und umschließt unter anderem den Scheidenvorhof, die Schamlippen und die Klitoris. 
  • Die Vagina, besser als Scheide bekannt, ist ein zehn bis zwölf Zentimeter dehnbarer, muskulärer Schlauch, der die äußeren Geschlechtsorgane mit dem Muttermund verbindet.

Nachdem das geklärt ist, können wir uns den Pflege-Tipps widmen, die hoffentlich Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit stärken und Ihnen Freude am „Frau-Sein“ bereiten.

1. Tipp: Reicht klares Wasser aus?

Tatsächlich genügt lauwarmes Wasser, um unseren Intimbereich zu reinigen, vorausgesetzt die Intimflora ist gesund. 

Zunächst lösen wir einmal das pH-Wert Rätsel. :-)

pH-Wert Scheide

Alkalische SeifeSeife hat einen pH-Wert zwischen 8 und 11. Neutralseife und viele pH-neutrale Pflegeprodukte haben einen neutralen pH-Wert von 7 und sind im Vergleich zur Haut, die einen pH-Wert von 5,4 bis 5,9 aufweist, leicht alkalisch. Unser Scheidenmilieu ist jedoch im Vergleich mit einem pH-Wert unter 4,5 viel saurer. Das ist nämlich der optimale Wert, um eine natürliche Schutzbarriere aufzubauen und unerwünschte Keime, wie pathogene Bakterien oder Pilze daran zu hindern, in die Scheide einzudringen und sich zu vermehren.

Das saure Milieu haben wir den vielen Milchsäurebakterien zu verdanken. Sie sind Hauptbestandteil der Mikroorganismen, die sich in der Vagina befinden und somit für eine gesunde Flora sorgen. Eine achtsame Pflege, wie zum Beispiel mit nur klarem Wasser (pH-Wert 7), genügt wenn man gesund ist und es nicht übertreibt. Wasser ist im Vergleich zum pH-Wert der Scheidenflora etwas basischer und erhöht somit beim (zu viel) Waschen den pH-Wert.

Mögen Sie jedoch für Ihr Wohlgefühl auf Seife für Ihre Intimhygiene nicht verzichten, ist die Verwendung von milden, natürlichen Produkten, die Ihre Flora im Intimbereich stärken, anzuraten. Achten Sie darauf, dass der pH-Wert unter 5,5 liegt und auf der Packung angegeben ist. Auch sanfte Waschlotionen mit Colostrum Zusatz sind empfehlenswert, da sie auch auf Grund der enthaltenen Wachstumsfaktoren zur Stabilität des Hautschutzes beitragen. Verzichten Sie auf Produkte, die künstliche Zusatzstoffe wie Farb- und Konservierungsstoffe, Parfums, Silikone und Parabene enthalten. Sie greifen massiv in das Ökosystem Mikrobiom ein. 

2. Tipp: „Weniger ist mehr!“ 

Eine regelmäßige Intim-Pflege der äußeren Geschlechtsorgane ist ratsam, da sich in der Vulva Sekrete aus Vagina, Hautreste und Bakterien sammeln (auch Smegma genannt). Ein genialer Nährboden für schädliche Bakterien, um sich zu vermehren.

Aber, wie schon vorher erwähnt, sollten Sie den Schutzfilm Ihrer Schleimhaut nicht überstrapazieren. Nach dem Motto „weniger ist mehr“, unterstützen Sie Ihre Scheidenflora, indem Sie sich nur einmal täglich gründlich „untenrum“ waschen. Eine häufigere Reinigung würde nur zu einem Austrocknen Ihrer Haut führen, was die Entstehung von feinen Rissen an den Schamlippen, Juckreiz und die Anfälligkeit von Infektionen fördern könnte. 

Ihre Scheide bedarf keiner Spülung. Sie reinigt sich selbst, indem sie über den Ausfluss unerwünschte Keime heraustransportiert – ein beeindruckender Mechanismus!

3. Tipp: Unterwäsche aus natürlicher Faser ist angesagt!

BaumwolleTragen Sie Unterwäsche aus Baumwolle. Diese Faser sorgt im Intimbereich für den nötigen Luftaustausch und kann Feuchtigkeit aufnehmen. Synthetische Materialien dagegen fördern ein warmes, feuchtes Klima. Beste Voraussetzung für die Vermehrung von Keimen. Greifen Sie zu luftiger Kleidung, zu lockeren Hosen und leichten Stoffen. Sie sorgen damit für eine gute Belüftung. Noch ein passender Tipp für den Sommer: Genießen Sie ein hüllenloses Sonnenbad oder bewegen Sie sich in Ihrem trauten Heim auch einmal ohne Höschen. Die Vagina freut sich.

4. Tipp: Verzichten Sie auf Tampons und die Daueranwendung von Slipeinlagen 

Herkömmliche Tampons können ungesunde Chemikalien wie Pestizide, Formaldehyd, Dioxin und auch synthetische Fasern enthalten. Nicht nur, dass Spuren dieser Inhaltsstoffe über die Schleimhaut der Scheide aufgenommen werden können, die feuchten Tampons erschaffen durch die lange Verweildauer ein Milieu, in dem sich Bakterien vermehren und Gifte produzieren können. Vielleicht probieren Sie einmal Alternativen wie Bio-Binden oder Menstruationstassen aus.

Für uns Frauen ist es wichtig zu wissen, dass unsere Monatsblutung ein Geschenk der Natur ist. Es ist eine fantastische Möglichkeit für unseren Körper, Gifte und Schlacken auszuscheiden. Diesen Reinigungsprozess sollten wir nicht unterbrechen, nach dem Motto „Das Leben ist ein Fluss“.

5. Tipp: Scheidenschmeichler, die Ihre Vagina glücklich machen

  • Rosenzäpfchen: Die Königin der Blumen besitzt keimwidrige, beruhigende und regenerierende Eigenschaften. Nach Bedarf eingeführt – ein sinnliches Vergnügen. (Online: z.B. Limes-Apotheke, Savoy-Naturhaus)
  • Vaginalstab: Ein Mineralstein, mit Granatapfelkernöl und Kräutern versehen, reinigt, pflegt und verengt auf natürliche Weise die Vagina. (Online: Secret Ceres Vaginalstab)
  • Milchsäurezäpfchen: Tragen zu einem gesunden Scheidenmilieu bei.
  • Beckenbodentraining: Fördert die Durchblutung des Intimbereichs, stärkt Ihre Mitte und verleiht Energie.

Für den langfristigen Erhalt einer optimalen Scheidenflora und auch bei Infektionen oder Irritationen ist eine Colostrumhaltige Aufbaumilch das Mittel der Wahl.

Wir Frauen sollten uns der Kraft bewusst sein, die aus unserer Mitte entspringt. Schätzen wir unser „Frau-Sein“ und feiern es nach dem Motto: „Lebe wild und gefährlich“, ☺ 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine kraftvolle, gesunde und lebendige Zeit!

Ihre Sue Behrle
Heilpraktikerin